0021 \\\
Dokumentation über Gewalt in Computerspielen

Für viele ein Schock: Es gibt Gewalt in Computerspielen! Vor dem kontroversen Gewalt-Diskurs sollte man nicht die Augen verschließen. Wichtig ist allerdings, dass die Argumente sachlich vorgetragen werden und das Thema ganzheitlich und aus verschiedenen Perspektiven betrachtet wird. So lässt sich eine fruchtbare Diskussion darüber führen, wieso, weshalb und warum viele Games so gewalttätig sind und was das denn eventuell bewirken könnte.

Ein Beitrag zum Gewalt-Diskurs ist der knapp eineinhalbstündige Film Moral Kombat des amerikanischen Indie-Regisseurs Spencer Halpin. Schon im Jahr 2007 gedreht, hat die Dokumentation (eigentlich nur der Trailer) für hitzige Debatten auf Youtube und in Gamer-Fanboy-Kreisen gesorgt.

Jetzt kann man sich den Film in voller Länge auf der Website babelgum ansehen, um sich selbst ein Bild zu machen.

Auf der Seite ist zu lesen:

“Moral Kombat takes a look into the controversial subject of violence in video games. Director Spencer Halpin shows the constant conflict between the game creators’ first amendment right to make a violent game and the imminent threat that violence poses on the next generation. In addition, the film is full of the latest green screen and high-definition technology that allow watchers to actually envision the world of gaming. Filled with interviews from lead game designers, politicians, parents, and psychologists, this film provides a candid take on the influence games have on youth today.”

Im Film treten ausgemachte Experten auf, die das Thema ganz unterschiedlich bewerten. So sind neben den üblichen scharfen Kritikern u.a. American McGee, Lorne Lanning und Henry Jenkins zu sehen. Übrigens bezeichnete Professor Jenkins den Film auf seinem Blog als den bis dato wichtigsten Film über Computerspiele. Also, wenn Jenkins das sagt, sollte man sich das doch ansehen!

Stephan Schwingeler

\\\ 1 Kommentar

  • Das Argument, nicht die Quantität an Gewalt in Games nehme zu, sondern eher die Qualität (HD, 3-D etc.), kann ich nachvollziehen. Vieles hängt hier wahrscheinlich mit den technischen Möglichkeiten zusammen, die sich für die Gamedesigner bieten. Das Prinzip ist vielleicht auch ähnlich der Formel 1: Auf der Rennstrecke erprobt und für den Alltag adaptiert. Die Ergebnisse sehen wir dann alle in den grafischen Benutzeroberflächen von Geldautomaten, Textverarbeitungsprogrammen und anderen, scheinbar “nützlicheren” Dingen als Games.

    Trotzdem stellt sich für mich ein wenig die Frage nach dem Huhn und dem Ei: Werden Spiele immer aggressiver weil die Gesellschaft es wird oder ist es nicht vielleicht doch (auch!)andersherum?

    Und können wir die Spieleindustrie mit dem Statement: “Das Problem liegt in der Gesellschaft selbst” einfach aus Ihrer Verantwortung als Teil eben dieser Gesellschaft entlassen?

    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Eine Stunde NfS zocken und dann ins Auto steigen verlangt eine gehöhrige Portion Konzentration, um nicht das übrig gebliebenen Adrenalin im echten Strassenverkehr rauszublasen.

    Analog dazu würde ich eine Stunde digital auf Menschen schießen um dann … keine Ahnung … in meinen echten Panzer zu steigen? Die Kalaschnikow aus dem Keller zu holen? Habe ich ja beides nicht, dank der strammen Waffengesetze (und der Straßenverkehrsordnung) in unserem Land.

    Wenn ich mir jetzt allerdings vorstelle irgendwo im mittleren Westen der USA zu leben, einen dicken Pickup zu fahren und genug Knarren im Haus um eine kleine Armee aufzurüsten, tja dann …

    001 \\\ Hanke_16. März 2010_13:36