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	<title>Kommentare zu: 0049 /// Von Beethoven, Uematsu und anderen Klassikern &#8211; Gedanken zur Klassischen Musik</title>
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	<description>Kunst und Kultur der digitalen Spiele</description>
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		<title>Von: Stephan Schwingeler</title>
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		<dc:creator>Stephan Schwingeler</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 10:22:39 +0000</pubDate>
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		<description>Na, klar, ist ja gut. Aber drüber nachdenken kann man ja mal. Wäre übrigens schön, wenn ich reich wär&#039;. ;)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Na, klar, ist ja gut. Aber drüber nachdenken kann man ja mal. Wäre übrigens schön, wenn ich reich wär&#8217;. <img src='http://www.nextlevel-conference.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Von: Chris</title>
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		<dc:creator>Chris</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Oct 2010 08:48:40 +0000</pubDate>
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		<description>Boah Leute, redet mal nicht so geschwollen, als wenn ihr die hohe Kunst des Redens bei Gott höchst persönlich gelernt hättet. Unter anderem deswegen mögen junge Leute diese Szene nicht. Reich und intelligent sein ist ok, aber eingebildet und besserwisserisch schockt irgendwie nicht so...

Und wen interessiert was nun Klassik heißt??? Nobuo Uematsu (Nobuo ist übrigens der Vorname, nicht andersrum) hat einfach geile Musik gemacht. Wie auch Mozart, Bach und Beethoven. Uematsu hat nämlich auch nur Klassik gelernt in seinem Studium. Der Unterschied, warum das bei jungen Leuten ankommt ist der, dass sie damit in einer lustigen, lockeren Umgebung konfrontiert wurden und nicht in einem spießigen Haufen von hochgestochenen Nasen. Die klassische Musik an sich in Videospielen und in Opernhäusern hat die gleichen Elemente. 

Wenn man Klassische Musik für die Jugend attraktiv machen will, sollte man sie in jugendlichen Aktivitäten einbringen, die Konfrontation in deren Gebieten suchen. Wie man sieht ist nicht die Musik der Grund wenn junge Leute sich nicht für Klassik begeistern können, denn die klassische Musik in Filmen und Videospielen lieben wir. Ich persönlich werde auch zum Videospiel-Konzert &quot;Symphonic Oddysseys&quot; zu Ehren Uematsu&#039;s gehen, weil ich damals als kleiner Junge auch Final Fantasy III gespielt habe und mich die Ereignisse mit der Musik berührt haben.

greets Chris</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Boah Leute, redet mal nicht so geschwollen, als wenn ihr die hohe Kunst des Redens bei Gott höchst persönlich gelernt hättet. Unter anderem deswegen mögen junge Leute diese Szene nicht. Reich und intelligent sein ist ok, aber eingebildet und besserwisserisch schockt irgendwie nicht so&#8230;</p>
<p>Und wen interessiert was nun Klassik heißt??? Nobuo Uematsu (Nobuo ist übrigens der Vorname, nicht andersrum) hat einfach geile Musik gemacht. Wie auch Mozart, Bach und Beethoven. Uematsu hat nämlich auch nur Klassik gelernt in seinem Studium. Der Unterschied, warum das bei jungen Leuten ankommt ist der, dass sie damit in einer lustigen, lockeren Umgebung konfrontiert wurden und nicht in einem spießigen Haufen von hochgestochenen Nasen. Die klassische Musik an sich in Videospielen und in Opernhäusern hat die gleichen Elemente. </p>
<p>Wenn man Klassische Musik für die Jugend attraktiv machen will, sollte man sie in jugendlichen Aktivitäten einbringen, die Konfrontation in deren Gebieten suchen. Wie man sieht ist nicht die Musik der Grund wenn junge Leute sich nicht für Klassik begeistern können, denn die klassische Musik in Filmen und Videospielen lieben wir. Ich persönlich werde auch zum Videospiel-Konzert &#8220;Symphonic Oddysseys&#8221; zu Ehren Uematsu&#8217;s gehen, weil ich damals als kleiner Junge auch Final Fantasy III gespielt habe und mich die Ereignisse mit der Musik berührt haben.</p>
<p>greets Chris</p>
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		<title>Von: moderne Klassik: Musik in Spielen?</title>
		<link>http://www.nextlevel-conference.org/2010/06/0049-von-beethoven-uematsu-und-anderen-klassikern-gedanken-zur-klassischen-musik/comment-page-1/#comment-1941</link>
		<dc:creator>moderne Klassik: Musik in Spielen?</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 21:56:46 +0000</pubDate>
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		<description>[...]  [...]</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...]  [...]</p>
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		<title>Von: Johannes Munzinger</title>
		<link>http://www.nextlevel-conference.org/2010/06/0049-von-beethoven-uematsu-und-anderen-klassikern-gedanken-zur-klassischen-musik/comment-page-1/#comment-1817</link>
		<dc:creator>Johannes Munzinger</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 13:12:15 +0000</pubDate>
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		<description>Zunächst einmal ein ganz öffentliches &quot;Danke&quot; dafür, dass ich überhaupt etwas zu dieser Seite beitragen durfte.

Nun denn...

Ich habe in meinem Text vor allem den Fehler gemacht, dass ich die Begrifflichkeiten, die ich verwende, nicht klar definiert habe (auch wegen der gebotenen Kürze des Textes).

Man kann den Terminus &quot;Klassische Musik&quot; ja bekanntlich verschieden auslegen.
Ist man GANZ streng, bezeichnet er nur die Musik der Frühklassik und der Wiener Klassik, also einen Zeitraum von gerade einmal 100 Jahren. 
Oder man bezeichnet jedwede Kunstmusik als Klassik, beginnend eben im Mittelalter bis ins Hier und Jetzt.

Gerade diese Definition lehne ich, für mich persönlich, ab. Nicht, weil sie so viele Epochen umspannt, sondern weil &quot;Klassik&quot; und &quot;Kunstmusik&quot; in meinen Augen nicht unbedingt das selbe ist.
Es mag zu einem gewissen Grad an meiner Naivität und dem sicherlich reichlich vorhandenem Infantilismus liegen, aber für mich kann man &quot;Klassische Musik&quot;, ebenso wie &quot;Kunst&quot;, nur für sich selbst definieren. Deshalb, und weil es naturgemäß schwer fällt, Empfindungen in Worte zu fassen, habe ich die oben genannten Kriterien als zumindest provisorische Einteilungshilfe genannt (Instrumente, Ort der Aufführung, Melodie vor Rhythmus, Zeitlosigkeit). 

Ich will mit keinem Wort sagen, ich hätte die Wahrheit für mich gepachtet (etwas, das ich immer mit dem Begriff &quot;reaktionär&quot; verbinde... der Gebraucht hat immer so etwas von Überheblichkeit), und ich bin garantiert kein Experte, aber ich halte es mit dem alten Spruch: &quot;Man kann nur begreifen, was einen ergreift.&quot;

Und genau deshalb halte ich Film- und Videospielmusik, zumindest einige erlesene Stücke, als das, was meiner Vorstellung von klassischer Musik in der Moderne (was für mich nun einmal &quot;Jetztzeit&quot; bedeutet... ich bin kein Kunsttheoretiker, ich darf Termini ganz lax benutzen ;) ), in Anbetracht der von mir FÜR MICH aufgestellten Richtlinien, mit Abstand am nächsten kommt. Weshalb ich sie für mich als die &quot;wahren Klassiker der Moderne&quot; ansehe.

Man möge mich nicht falsch verstehen, es gibt bestimmt großartige Komponisten, die &quot;moderne Klassik&quot; machen und selbst meinem Urteil standhalten würden, genauso wie auch zwischen den Impressionisten und der Jetztzeit natürlich tolle Musik in dieser Richtung entstanden ist, nur scheinen diese Exemplare recht rar gesät zu sein.

Zusammenfassend also: Ich bin für eine Trennung der Begriffe &quot;Klassische Musik&quot; und &quot;Kunstmusik&quot;. In derKunstmusik darf man schräg tönen und provozieren so viel man will, aber klassisch zu sein, dazu braucht&#039;s das vielzitierte Gewisse Etwas. Kunst muss nicht gefallen, Klassik muss MIR schon gefallen.


Ah, eh ich&#039;s vergesse: Mozart war, soweit ich das beurteilen kann, keineswegs ein &quot;radikaler Avantgardist&quot;. Er schrieb Musik innerhalb der &quot;Regeln&quot; und Grenzen der Wiener Klassik. Er war nur Genie genug, ebendiese Grenzen des damaligen Stils in jeder Hinsicht zu erreichen und in allen Unterkategorien (Konzert, Oper, etc.) Meisterwerke zu erschaffen. Der passendste Satz zu diesem Thema stammt wohl von Ulrich Erckenbrecht: &quot;Haydn klingt wie Mozart, nur eben ungenial.&quot; ;)

Mit besten Grüßen
Johannes</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Zunächst einmal ein ganz öffentliches &#8220;Danke&#8221; dafür, dass ich überhaupt etwas zu dieser Seite beitragen durfte.</p>
<p>Nun denn&#8230;</p>
<p>Ich habe in meinem Text vor allem den Fehler gemacht, dass ich die Begrifflichkeiten, die ich verwende, nicht klar definiert habe (auch wegen der gebotenen Kürze des Textes).</p>
<p>Man kann den Terminus &#8220;Klassische Musik&#8221; ja bekanntlich verschieden auslegen.<br />
Ist man GANZ streng, bezeichnet er nur die Musik der Frühklassik und der Wiener Klassik, also einen Zeitraum von gerade einmal 100 Jahren.<br />
Oder man bezeichnet jedwede Kunstmusik als Klassik, beginnend eben im Mittelalter bis ins Hier und Jetzt.</p>
<p>Gerade diese Definition lehne ich, für mich persönlich, ab. Nicht, weil sie so viele Epochen umspannt, sondern weil &#8220;Klassik&#8221; und &#8220;Kunstmusik&#8221; in meinen Augen nicht unbedingt das selbe ist.<br />
Es mag zu einem gewissen Grad an meiner Naivität und dem sicherlich reichlich vorhandenem Infantilismus liegen, aber für mich kann man &#8220;Klassische Musik&#8221;, ebenso wie &#8220;Kunst&#8221;, nur für sich selbst definieren. Deshalb, und weil es naturgemäß schwer fällt, Empfindungen in Worte zu fassen, habe ich die oben genannten Kriterien als zumindest provisorische Einteilungshilfe genannt (Instrumente, Ort der Aufführung, Melodie vor Rhythmus, Zeitlosigkeit). </p>
<p>Ich will mit keinem Wort sagen, ich hätte die Wahrheit für mich gepachtet (etwas, das ich immer mit dem Begriff &#8220;reaktionär&#8221; verbinde&#8230; der Gebraucht hat immer so etwas von Überheblichkeit), und ich bin garantiert kein Experte, aber ich halte es mit dem alten Spruch: &#8220;Man kann nur begreifen, was einen ergreift.&#8221;</p>
<p>Und genau deshalb halte ich Film- und Videospielmusik, zumindest einige erlesene Stücke, als das, was meiner Vorstellung von klassischer Musik in der Moderne (was für mich nun einmal &#8220;Jetztzeit&#8221; bedeutet&#8230; ich bin kein Kunsttheoretiker, ich darf Termini ganz lax benutzen <img src='http://www.nextlevel-conference.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' />  ), in Anbetracht der von mir FÜR MICH aufgestellten Richtlinien, mit Abstand am nächsten kommt. Weshalb ich sie für mich als die &#8220;wahren Klassiker der Moderne&#8221; ansehe.</p>
<p>Man möge mich nicht falsch verstehen, es gibt bestimmt großartige Komponisten, die &#8220;moderne Klassik&#8221; machen und selbst meinem Urteil standhalten würden, genauso wie auch zwischen den Impressionisten und der Jetztzeit natürlich tolle Musik in dieser Richtung entstanden ist, nur scheinen diese Exemplare recht rar gesät zu sein.</p>
<p>Zusammenfassend also: Ich bin für eine Trennung der Begriffe &#8220;Klassische Musik&#8221; und &#8220;Kunstmusik&#8221;. In derKunstmusik darf man schräg tönen und provozieren so viel man will, aber klassisch zu sein, dazu braucht&#8217;s das vielzitierte Gewisse Etwas. Kunst muss nicht gefallen, Klassik muss MIR schon gefallen.</p>
<p>Ah, eh ich&#8217;s vergesse: Mozart war, soweit ich das beurteilen kann, keineswegs ein &#8220;radikaler Avantgardist&#8221;. Er schrieb Musik innerhalb der &#8220;Regeln&#8221; und Grenzen der Wiener Klassik. Er war nur Genie genug, ebendiese Grenzen des damaligen Stils in jeder Hinsicht zu erreichen und in allen Unterkategorien (Konzert, Oper, etc.) Meisterwerke zu erschaffen. Der passendste Satz zu diesem Thema stammt wohl von Ulrich Erckenbrecht: &#8220;Haydn klingt wie Mozart, nur eben ungenial.&#8221; <img src='http://www.nextlevel-conference.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Mit besten Grüßen<br />
Johannes</p>
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		<title>Von: Stephan Schwingeler</title>
		<link>http://www.nextlevel-conference.org/2010/06/0049-von-beethoven-uematsu-und-anderen-klassikern-gedanken-zur-klassischen-musik/comment-page-1/#comment-1809</link>
		<dc:creator>Stephan Schwingeler</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 08:18:55 +0000</pubDate>
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		<description>Die wahre Form des postmodernen Klassizismus ;)

Was mich stört, ist ein fast reaktionärer Kunstbegriff, der mit solchen Kategorien wie Schönheit und Gefälligkeit operiert. Ich bin gewiss kein Musikexperte – aber mir ist durchaus bewusst, dass die Neue Musik eines John Cage maßgeblich zu dem Konzept beigetragen hat, was heute als moderne Kunst bezeichnet wird. Dass solche Kompositionen nicht immer flott ins Ohr gehen und teilweise – vielleicht sogar bewusst – kakophonisch sind und eben nicht gefallen wollen, ist doch eher zweitrangig. Viel wichtiger ist doch die historische Bedeutung dieser Werke, die in ihrer Funktion avantgardistisch sind, sprich: sie sind an der Speerspitze, sie brechen alte Krusten auf, werfen über den Haufen, sind radikal anders, und haben im Laufe der Geschichte betrachtet, eine Kraft entwickelt, den Weg moderner Kunst zu bereiten und mit zu gestalten (Nur am Rande: war Mozart, das Wunderkind, nicht ebenfalls ein solch radikaler Avantgardist und ist heute ein Klassiker?). Meiner Meinung nach, muss Kunst – und da schließe ich die Musik ein – insbesondere im 20. Jahrhundert schon lange nicht mehr gefallen! 

Gut ist, dass Du Dir dessen bewusst bist, wenn Du schreibst: &quot;Man mag mich nun zurückgeblieben nennen [...]&quot;. Das will ich keinesfalls – &quot;der Vergangenheit positiv zugewandt&quot; trifft es da vielleicht eher. Ich jedenfalls bin der Meinung, dass es ohne die großen Avantgarden des 20. Jhdts. , keine Erweiterung des Kunstbegriffs gegeben hätte – wir hätten dementsprechend immer noch den röhrenden Hirschen im Schlafzimmer hängen. An eine Diskussion um Computerspiele als künstlerische Ausdrucksform wäre in einem solchen rückgewandten, künstlerischen und auch theoretischem Klima wohl kaum zu denken. 

Noch zwei Überlegungen: Zum Einen wird man John Cages Komposition 4&#039;33&quot; in 100 Jahren mit Sicherheit  nicht mitpfeifen – wie sollte man auch, das Stück besteht aus Stille. Zum Anderen stellt sich mir die Frage, ob zeitgenössische Komponisten, die für massenmediale Produkte arbeiten, nicht vielmehr als klassizistisch und viel weniger als klassisch zu bezeichnen sind. Vielleicht sollte man diese begriffliche Korrektur ernst nehmen; Du jedenfalls bezeichnest die Videospielkomponisten ja selbst als &quot;Klassizisten&quot;. Dementsprechend kann orchestrale Videospielmusik wohl kaum als die &quot;wahre Form moderner Klassik&quot; bezeichnet werden. Im Umkehrschluss impliziert das eben auch, dass die Neue Musik gewissermaßen die &quot;falsche Form moderner Klassik&quot; ist. 

Die (ästhetische) Moderne beginnt etwa im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts mit den Impressionisten. Die ersten im Film üblichen Originalmusiken sind erst nach dem Ersten Weltkrieg in den 20ern üblich. 1927/1928 sehen und hören die Menschen den ersten Tonfilm. Kōji Kondō komponiert das Mario-Thema irgendwann 1985, das Zelda-Thema ein Jahr darauf. Echte orchestrale, musikalische Untermalung ist meines Wissens nach erst mit der Einführung der CD-Rom als Datenträger für Spiele gegen Ende des 20. Jahrhunderts möglich. Und hier findet Klassische Musik endlich ihre, wahre, moderne Ausdrucksform? Und das in einer Zeit, von der man gar nicht mehr sicher ist, ob es sich überhaupt noch um &quot;die Moderne&quot; handelt?

Stephan</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Die wahre Form des postmodernen Klassizismus <img src='http://www.nextlevel-conference.org/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Was mich stört, ist ein fast reaktionärer Kunstbegriff, der mit solchen Kategorien wie Schönheit und Gefälligkeit operiert. Ich bin gewiss kein Musikexperte – aber mir ist durchaus bewusst, dass die Neue Musik eines John Cage maßgeblich zu dem Konzept beigetragen hat, was heute als moderne Kunst bezeichnet wird. Dass solche Kompositionen nicht immer flott ins Ohr gehen und teilweise – vielleicht sogar bewusst – kakophonisch sind und eben nicht gefallen wollen, ist doch eher zweitrangig. Viel wichtiger ist doch die historische Bedeutung dieser Werke, die in ihrer Funktion avantgardistisch sind, sprich: sie sind an der Speerspitze, sie brechen alte Krusten auf, werfen über den Haufen, sind radikal anders, und haben im Laufe der Geschichte betrachtet, eine Kraft entwickelt, den Weg moderner Kunst zu bereiten und mit zu gestalten (Nur am Rande: war Mozart, das Wunderkind, nicht ebenfalls ein solch radikaler Avantgardist und ist heute ein Klassiker?). Meiner Meinung nach, muss Kunst – und da schließe ich die Musik ein – insbesondere im 20. Jahrhundert schon lange nicht mehr gefallen! </p>
<p>Gut ist, dass Du Dir dessen bewusst bist, wenn Du schreibst: &#8220;Man mag mich nun zurückgeblieben nennen [...]&#8220;. Das will ich keinesfalls – &#8220;der Vergangenheit positiv zugewandt&#8221; trifft es da vielleicht eher. Ich jedenfalls bin der Meinung, dass es ohne die großen Avantgarden des 20. Jhdts. , keine Erweiterung des Kunstbegriffs gegeben hätte – wir hätten dementsprechend immer noch den röhrenden Hirschen im Schlafzimmer hängen. An eine Diskussion um Computerspiele als künstlerische Ausdrucksform wäre in einem solchen rückgewandten, künstlerischen und auch theoretischem Klima wohl kaum zu denken. </p>
<p>Noch zwei Überlegungen: Zum Einen wird man John Cages Komposition 4&#8242;33&#8243; in 100 Jahren mit Sicherheit  nicht mitpfeifen – wie sollte man auch, das Stück besteht aus Stille. Zum Anderen stellt sich mir die Frage, ob zeitgenössische Komponisten, die für massenmediale Produkte arbeiten, nicht vielmehr als klassizistisch und viel weniger als klassisch zu bezeichnen sind. Vielleicht sollte man diese begriffliche Korrektur ernst nehmen; Du jedenfalls bezeichnest die Videospielkomponisten ja selbst als &#8220;Klassizisten&#8221;. Dementsprechend kann orchestrale Videospielmusik wohl kaum als die &#8220;wahre Form moderner Klassik&#8221; bezeichnet werden. Im Umkehrschluss impliziert das eben auch, dass die Neue Musik gewissermaßen die &#8220;falsche Form moderner Klassik&#8221; ist. </p>
<p>Die (ästhetische) Moderne beginnt etwa im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts mit den Impressionisten. Die ersten im Film üblichen Originalmusiken sind erst nach dem Ersten Weltkrieg in den 20ern üblich. 1927/1928 sehen und hören die Menschen den ersten Tonfilm. Kōji Kondō komponiert das Mario-Thema irgendwann 1985, das Zelda-Thema ein Jahr darauf. Echte orchestrale, musikalische Untermalung ist meines Wissens nach erst mit der Einführung der CD-Rom als Datenträger für Spiele gegen Ende des 20. Jahrhunderts möglich. Und hier findet Klassische Musik endlich ihre, wahre, moderne Ausdrucksform? Und das in einer Zeit, von der man gar nicht mehr sicher ist, ob es sich überhaupt noch um &#8220;die Moderne&#8221; handelt?</p>
<p>Stephan</p>
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