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Metagames: Spiele übers Spielen

Sobald sich ein Medium selbst zum Inhalt erhebt, ist es erwachsen geworden.

Andy Baio sammelt seit einiger Zeit Computerspiele, die das Spielen von Computerspielen zum Thema haben. Etwas ähnliches hatte ich schon einmal in dem Posting über den Boss des Spiels Parodius angesprochen. Es geht um Spiele, die in irgendeiner Form selbstreferentiell sind – also auf sich selbst verweisen.

Andy Baio hat seine Sammlung jetzt in einer Liste veröffentlicht.

Im Idealfall wird Gaming als Kulturtechnik auf interessante Weise hinterfragt, indem die Spiele beispielsweise unfassbar schwer sind oder sich einer Eingabe vollständig verweigern. Manche Beispiele (etwa die von raitendo) sind einfach witzig und geben z.B. ironische Seitenhiebe auf die Kunstwerke von Jason Rohrer.

Andy Baio teilt seine Liste in folgende Spiele ein:

Abusive Games:

Spiele, die so unfair, böse und gemein sind, dass man sie unmöglich schaffen kann. Ein Beispiel ist eine Version von Tetris, die immer den am wenigstens passenden Block schickt: Bastet – Bastard Tetris. Dazu passt das Flash-Spiel Tetris HD, das auf dem Bild zu sehen ist.

Minimalist Games:

Spiele, die so einfach und minimalistisch sind, dass sie schon fast keine Spiele mehr sind. Dadurch lenken sie im Idealfall den Blick auf die eigentliche Handlung während des Spiels.

Z.B. fällt das Spiel “Thumbs Down” des Kölner Medienkünstlers Jonas Hansen in diese Kategorie.

Game Mechanics Gone Wild:

Ein Aspekt des Gameplay wird herausgegriffen und zum eigentlichen Inhalt des Spiels aufgeblasen – wie in Ian Bogosts Facebook-Spiel über Facebook-Spiele. In “Cow Clicker” geht es nur darum, Kühe anzuklicken, was obsessive Blüten treiben kann. Das Beispiel überschneidet sich dabei deutlich mit den Minimalist Games.

Violent Games:

Spiele, die die Tendenz zur Gewaltverherrlichung in Spielen kritisch kommentieren – oft mittels drastischer Gewalt! “Super Columbine Massacre RPG!” von Danny Ledonne passt dazu.

Gaming Culture:

Selbstreferentielle Kommentare zur Spielentwicklung und Spielkultur. Als Beispiel führt Andy Baio, das nur in Japan erschienene Game Segagaga an, in dem der Spieler in die Rolle der japanischen Spielefirma Sega schlüpfen soll. In der “Sega Simulation” werden die “Console-Wars” zwischen Sega und Sony zum Thema. Hier zeigt sich Gaming deutlich als Teil kultureller Bildung!

Die gesamte Bandbreite der Metagames gibt es hier mit noch mehr Beispielen.

Stephan Schwingeler

Wer Spiele vermisst, kann sie gerne in die Kommentare posten!

via Crackajack/Nerdcore. Nerdcore hat’s via Andy Baios Blog Waxy.

Weitere Bilder stammen aus First Person Tetris.

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Metagames: Spiele übers Spielen
Sobald ein Medium sich selbst zum Inhalt erhebt, ist es erwachsen geworden: Spiele übers Spielen.

2 Kommentare

  • Hey Stephan,

    schöne Idee. Wie sieht’s aus mit hybriden Spielen, also Spielen, die aus wesentlichen Elementen mehrerer bekannter Spiele bestehen wie z.B. “Tuper Tario Tros.” und “Rom Check Fail”?

    005 \\\ Sebastian Möring_4. Februar 2011_11:42
  • Hi Sebastian,

    das sind gute Beispiele. Vielleicht ist das ja sogar eine neue Kategorie: Spiele, die andere Spiele zitieren. Es gibt übrigens schon eine Diss zum Thema “Selbstreflexivität im Computerspiel”. Das Buch ist bei Werner Hülsbusch erschienen, gibt’s aber auch hier im Volltext.

    004 \\\ Stephan Schwingeler_7. Februar 2011_16:45

3 Trackbacks

  1. [...] sein Spiel A Slow Year hat Preise gewonnen. Ein neueres Projekt ist die Facebook-Spiel-Persiflage Cow Clicker, die das Phänomen der Social Games kritisch und humoristisch [...]

  2. [...] Das Thema Metagames hatten wir hier ja schon einmal. Damit sind Spiele gemeint, die das Spielen von Spielen zum Thema erheben. Sobald sich ein Medium selbst zum Inhalt erhebt, ist es erwachsen geworden. [...]

  3. [...] Anne Sauer analysiert die Social Games der Sozialen Netzwerke anhand von Ian Bogosts parodistischem Metagame Cow [...]

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