Panel 1 Spiele und Kultur
Der Computer ist unser wichtigstes Instrument – und längst auch unser liebstes Spielzeug. Über die komplexe Kulturtechnik Gaming schreiben sich spielerische Strukturen tief in die Grundzüge der Gesellschaft ein. Weit über den Bereich der Computerspiele hinaus. Längst generationenübergreifend bilden Games eine Übungsplattform für symbolische Handlungen, die in allen interaktiven digitalen Medien zum Tragen kommen.
Kulturtechnik Gaming -Ein Trialog
Podiumsdiskussion 21.04. 10:00 – 10.45 Uhr Skaterhalle
Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth (ifs Köln) und Prof. Dr. Rolf F. Nohr (HBK Braunschweig) nähern sich – von jeweils unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten aus – gemeinsam der Kulturtechnik Gaming. Für die kritische Distanz in diesem Trialog sorgt der Moderator Stephan Schwingeler.
Einmal rund um die Spieltheorie
Vortrag mit Demonstration 21.04. 11:00 – 11:45 Uhr Skaterhalle
In The Ambiguity of Play hat der Spieleforscher Brian Sutton-Smith u.a. sieben Rhetoriken des Spiels beschrieben, die zeigen, in welchen kulturellen Bereichen Spiel generell wirksam wird. Die Medienwissenschaftlerin Dr. Britta Neitzel (Uni Siegen) greift diese Theorie auf – und bezieht sie auf die kulturelle Bedeutung populärer Computerspiele.
Spiele ganz konkret
Vortrag mit Demonstration 21.04. 11:50 – 12:30 Uhr Skaterhalle
Der Games-Journalist Dr. Danny Kringiel führt in zentrale Fragestellungen der Computerspielforschung ein. Am Beispiel von Max Payne 2 zeigt er verschiedene Methoden und Instrumente der Gamesanalyse und führt vor, unter welchen ästhetischen Gesichtspunkten digitale Spiele untersucht werden können.
Panel 2 Spiele und Kunst
Künstler und Designer verwenden Computerspiele als Material und Inspirationsquelle. Die Ästhetik der virtuellen Bildwelten und die Strukturen digitaler Spiele sind längst im Bereich der Medienkunst angekommen. Bei der Suche nach neuen Darstellungs- und Wahrnehmungsformen stehen die Möglichkeiten des Zusammenspiels zwischen künstlerischen Genres oft im Vordergrund. Einer Kunst, die dabei so jung gar nicht mehr ist. Denn die künstlerische Praxis, Computerspiele zu verändern und zu programmieren, um sie in Museen und Ausstellungen zu präsentieren, hat längst eine eigene nennenswerte Geschichte. Die Experten dieses Panels werfen einen Blick – auch zurück – auf das Arsenal ästhetischer Gestaltungsmittel, zeigen künstlerische Strategien auf und beleuchten die digitalen Schnittstellen zu etablierten Künsten.
Cracking the Maze – Geschichte künstlerischer Computerspielmodifikation
Vortrag 21.04. 11:00 – 11:45 Uhr Kletterhalle
Stephan Schwingeler forscht im Grenzbereich zwischen Computerspielen und Kunst. Er gibt einen Überblick über die Geschichte digitaler Spiele als etablierte Kunstform, die zwar seit der legendären Ausstellung „Cracking the Maze“ (1999, San Jose State University, San Jose, USA) kuratorisch begleitet wird, aber erst jetzt eine Theoretisierung erfährt.
Medienkunst und Games
Vortrag mit Präsentation 21.04. 11:50 – 12:30 Uhr Kletterhalle
Remixing, Referencing, Reaction, Reworking und Recreation sind wichtige Strategien der Medienkunst: auch und im Besonderen im Umgang mit dem Medium Game. Anhand eigener künstlerischer Positionen werden Mitglieder des Paidia Institute Konvergenzen und Schnittmengen von Medienkunst und Spiel vorstellen. Paidia Institute ist ein junges Institut in Köln, bestehend aus Medienkünstlern und Wissenschaftlern, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, ästhetische und soziale Zusammenhänge zwischen Kunst und Technologie zu erkunden, freizustellen und in neuen Formen zu vermitteln.
Panel 3 Spiele und Community
Panel 3 nimmt digitale Gemeinschaften wie die Demo- oder Machinima-Szene oder das A MAZE.-Festival unter die Lupe. Und fragt nach den Besonderheiten dieser Subkulturen, die – noch – außerhalb des etablierten Kunst- und Kulturbetriebs stehen und deren Vertreter innerhalb eigener Communities mit komplexen Regelwerken auf hohem Niveau künstlerisch interagieren. Die Protagonisten dieses Panels zeigen ihre Arbeiten und lenken den Blick auf ihre spezifischen Produktionsbedingungen und Kontexte zur Kunstwelt.
Die Demoszene
Vortrag mit Performance 20.04. 16:15 – 17:00 Uhr Kletterhalle
„Demo“ steht hier nicht für politische Demonstrationen, sondern für ästhetisch ausgefeilte Clips in Echtzeit. Programmierer, Grafiker und Musiker demonstrieren, was man aus einem Computer herausholen kann. Mit Leidenschaft programmieren, pixeln und komponieren sie. Und arbeiten an ihren Demos oft monatelang, denn: die nächste Demoparty der internationalen Szene kommt bestimmt.
Machinima 2010
Vortrag mit Filmvorführung 21.04. 13:30 – 14:10 Uhr Skaterhalle
„Machinima“ – ein Kunstwort aus „machine“, „cinema“ und „animation“ – nennt man Filme, die mit sogenannten „Game Engines“ produziert und im Gegensatz zu herkömmlichen 3D-Animationsfilmen in Echtzeit berechnet werden. Auch der visuelle Künstler, Filmemacher und Software-Entwickler Friedrich Kirschner nutzt Computerspiele und digitale Animationstechniken als Grundlage für Kurzfilme und interaktive Installationen. Seine Arbeiten sind auf zahlreichen internationalen Animations-Festivals und Ausstellungen vertreten. Zurzeit ist er Direktor des Machinima Filmfestivals in New York.
Festival A MAZE.
Vortrag mit Performance 21.04. 14:15 – 15:00 Uhr Skaterhalle
Das Berliner Festival A MAZE. verbindet in öffentlichen Events Computerspiele, Kunst und Musik. Es versteht sich zugleich als Festival und als expandierende Plattform für den interdisziplinären Austausch. Die Kuratoren Michael Liebe und Thorsten S. Wiedemann stellen die lebendige Szene rund um das Festival vor. Auf der Party am 20.04. gestalten die Künstler von A MAZE. ein Programm mit Live Acts, Musik und Games von Storno, Computadora und Messhoff.
Panel 4 Spiele und Wirtschaft
Das Computerspiel verdrängt zunehmend den Film als kommerzielles Leitmedium. Dem Anspruch auf künstlerische Anerkennung korrespondiert der wachsende Bedarf an innovativen, experimentellen Projekten. Der Kampf um Marktanteile verlagert sich zunehmend auf den Sektor der kulturellen Bildung. Das wirft Fragen auf, die in Panel 4 von Vertretern aus Theorie und Praxis diskutiert werden: Inwieweit wird der Ruf nach anspruchsvollen Formaten von der Gamesbranche tatsächlich umgesetzt und wie kontert die Indieszene? Gibt es sie wirklich, die kreativen Partnerschaften mit anderen Genres? Wo und in welcher Form finden ästhetische Erziehung und kulturelle Bildung dann tatsächlich statt?
Spielst du noch – oder lernst du schon?
Vortrag mit Präsentation 21.04. 14:15 – 15:00 Uhr Kletterhalle
„Serious Games“ bezeichnen häufig Lern-Spiele, die in einer virtuellen Umgebung stattfinden und Muster und Methoden digitaler Unterhaltungsspiele aufgreifen, um unterschiedlichste Inhalte spielerisch zu vermitteln. Prof. Dr. Linda Breitlauch ist Europas erste Professorin für Spieledesign (Mediadesign Hochschule, Düsseldorf). Kritisch beleuchtet sie dieses relativ junge pädagogisch-didaktische Feld und seine Anbindungen zu Kunst und Kommerz.
Next Level Gaming/Schnittstelle Gamesbranche?
Podiumsdiskussion 21.04. 15:15 – 16:00 Uhr Kletterhalle
Wohin geht die Entwicklung von Computerspielen in der Branche, welche Grenzen, z.B. zu Film und Musik, werden noch überschritten? Wie weit geht der Spagat zwischen Kunst, Kommerz und kultureller Bildung? Und wie gestalten sich zukünftig individuelle Handlungsspielräume für Künstler und Kreative in der Produktion von Games? Dr. Inke Arns (Hartware MedienKunstVerein Dortmund), Thomas Lindemann (Die Welt), Ibrahim Mazari (Turtle Entertainment) und Martin Schneider (Konami) diskutieren die Chancen und Risiken für einen anspruchsvollen Spielemarkt in Deutschland.
Interaktive Werkschau
In Zusammenarbeit mit dem medienwerk.nrw und der Demoszene
Ab Di, 20.04. freier Eintritt Kletterhalle Skaterhalle
In einer interaktiven Werkschau im Rahmen von „Next Level“ werden vor Ort digitale Spiele besonderer Art gezeigt – Arbeiten aus der Praxis, die das Zusammenspiel von Medienkunst und Games veranschaulichen. Gemeinsam mit den Projektmachern haben die Besucher die Möglichkeit, an Workshops und Spielen teilzunehmen. Die Besucher sind eingeladen, aus unterschiedlichsten künstlerischen und kulturellen Perspektiven spielerisch in die Materie Gaming mit ihren verblüffend vielseitigen Erscheinungsformen einzudringen.
Point and Click. Das Adventure als Spielprinzip
Präsentation der Ergebnisse eines Workshops mit Aram Bartholl an der Kunsthochschule für Medien Köln durch Jonas Hansen und Lasse Scherffig
Roboter bauen – Roboter sein
Workshop(s) von Christian Faubel, Cordula Körber und Ralf Schreiber
SK Stiftung Kultur
Dienstag / 20.4. / 14:30 bis 17:30 Uhr
Mittwoch / 21.4. / 10:30 bis 13:30 Uhr
Mittwoch/ 21.4. / 13:30 bis 16 Uhr
Teil der Interaktiven Werkschau \\\ ab 20.04. / Skaterhalle
Code it yourself
Workshop(s) Mignon Game Kit von Olaf Val
Hartware MedienKunstVerein Dortmund
Dienstag / 20.4. / 14:30 bis 17:30 Uhr
Mittwoch / 21.4. / 10:30 bis 15:30 Uhr / inklusive Mittagspause
Anmeldung notwendig.
Dungeon2go Liverollenspiel
Fachhochschule Köln – Institut Spielraum
ComputerProjekt Köln e.V., Jugendwerkstatt Vingst
audiodome soundBlox
Mobile Medienbühne mit interaktiver Klangumgebung
Multimediatheater Animax in Kooperation mit CITEC, Universität Bielefeld
Demoszene
Interaktive Demos und Gaming mit Composern und Gamedesignern der Demoszene in Echtzeit
Vom Konsumenten zum Produzenten/Medienkunstvermittlung an Schulen
Ein offener moderierter Erfahrungsaustausch für Lehrer, Künstler, Pädagogen
Sowie zur Einführung: „Medienkunst, Creative Gaming und kulturelle Bildung“ – Lecture
SK Stiftung Kultur in Zusammenarbeit mit dem medienwerk.nrw
Lecture von Birgit Hauska: Mittwoch / 21.4. / 10-10.30 Uhr
Erfahrungsaustausch: Mittwoch / 21.4. / 10.30-13 Uhr
Vortragsraum / 1. Etage

Abendprogramm 20.04.2010: Tanzprojekt und Party
Jailbreak Mind
Tanzprojekt 19:30 Uhr Kletterhalle
Jailbreak Mind ist das erste abendfüllende Solo von Fabien Prioville, ehemals bei Pina Bausch. Er spürt der Sogwirkung virtueller Welten in gewalttätigen Computerspielen wie „Grand Theft Auto“ nach und fragt nach dem Einfluss von Killervideos bis zu Allmachtsfantasien und Realitätsverlust. Gemeinsam mit dem Klang- und Medienkünstler Frank Schulte und dem Kölner VJ Uli Sigg lässt er suggestive Bilder von hoher Intensität entstehen, die uns – weit entfernt von moralischer und pädagogischer Bewertung – Perspektiven auf das Innere des Attentäters zu eröffnen scheinen.
Die Inszenierung kam im September 2009 im tanzhaus nrw zur Uraufführung. Jailbreak Mind ist als eine von elf Produktionen zur Tanzplattform Deutschland 2010 vom 25. bis 28. Februar in Nürnberg eingeladen, dem bedeutendsten Forum des zeitgenössischen Tanzes aus Deutschland.
(Eintritt: 10,00 Euro für Nichtteilnehmer von Next Level)
Next Level Party
A MAZE. meets DEMOSZENE Ab 20:30 Uhr Kletterhalle
Das Festival A MAZE. aus Berlin feiert die Konvergenz von Computerspiel und Musik. Party mit Live Acts und Gameplay aus der Jump`n´Run-Reihe mit DJ Storno und Special Guests. Außerdem Demos und Sounds mit DJ mo. Phlow.net/demoszene
22:00 Uhr / Kletterhalle: Performance der Gewinner des Creative Games Contests
in Kooperation mit Turtle Entertainment
